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SG vom 22. Januar 2012 Nach den Ehrungen kommt noch einmal Stimmung auf
“Eigentlich wollte ich gar nichts sagen und die Veranstaltung verlängern”, meinte zum Ende der Jahresversammlung bei der Feuerwehr Lockstedter Lager der Gemeindevertreter Klauspeter Damerau von der Wählergemeinschaft BfH und erwähnte drei Dinge, die ihn auf der Zusammenkunft berührt und inspiriert hätten. [Foto: Theodor Scheit]
Besonders habe ihn die überbrachte Mitteilung einer geretteten Unfallfahrerin und der übermittelte Dank an die eingesetzten Kameraden bewegt. Dieses Verhalten sei heutzutage leider zu selten und würde nicht nur für diesen Einzelfall zeigen, dass die hiesigen Feuerwehrleute herausragende Leistungen zeigen.
Auf der anderen Seite sei der Ortspolitiker von der Bekanntgabe neuer Initiativen aller Feuerwehrleute überrascht worden, die mit konkreten Projekten die Nachwuchswerbung forcieren wollen. Im Zuge dessen plane die Ortswehr für den 23. Juni in der Kartoffelhalle eine Tanzveranstaltung mit dem Slogan “Fire and Friends”, um mit den Bürgerinnen und Bürgern zu feiern. Dazu bestellte der Gemeindevertreter für das Sommerfest zehn Eintrittskarten en Bloc, um für sich und seinen Freunden einen ganzen Tisch zu reservieren.
Darüber hinaus regte er im Zuge der Planungen für den Neubau eines Feuerwehrgeräte- hauses an, vorher mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, ob sie nicht auch in das zu erstellende Gebäude einziehen würde. Dann dürfte nicht nur die gute Zusammenarbeit verbessert werden können, sondern im neuen Gebäude könnte mehr Leben zu vielen Tag- und Nachtzeiten einkehren. “Dann müssten auch die viele Einbruchsdiebstähle bei der Feuerwehr zurückgehen”, so Damerau.
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Gemeindevertreter Klauspeter Damerau [BfH] auf der Versammlung [Foto: Theodor Scheit]
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Auch der Kreistagsabgeordnete Jürgen Klein [SPD] schien von einer sich anbahnenden Renaissance der Feuerwehr zu begeistern und trat am Abend als Fördermitglied in die Wehr Lockstedter Lager ein. Damit habe sich die Anzahl der registrierten Fördermitglieder auf insgesamt 64 Personen erhöht, die sich mit Rat und Tat einbringen sowie mit Spendenbeiträgen die Ortswehr bei deren Aktivitäten unterstützen.
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Jürgen Klein [SPD] ist Fördermitglied geworden
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Doch vor den Grußworten der Politiker hatte die Versammlung drei Stunden lang ein Mammutprogramm zu absolvieren.
Der Wehrführer Maik Lüdtke und sein Stellvertreter Andreas Pohlmann sowie aus den Fachbereichen die einzelnen Verantwortungsträger machten einen Rückblick vom abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 und gaben einen Ausblick für den neuen Zeitraum 2012.
Im letzten Jahren seien die Kameraden von der Wehr Lockstedter Lager zu 51 Einsätzen ausgerückt. Insgesamt gab es zweiundzwanzig Brandbekämpfungslagen, die alle ohne besondere Ereignisse gemeistert wurden. Zwanzigmal musste technische Hilfe unter anderem bei Rettungs- und Bergungsmaßnahmen nach schweren Verkehrsunfällen geleistet werden und neunmal verbuchten die Kameraden das Ausrücken unter Sonstiges. Darunter seien auch Hilfeleistungen bei so genannten Tiereinsätzen zu verstehen.
“Früher hieß es Katze auf dem Baum”, meinte Maik Lüdtke und ergänzte, dass es nun “Pferd im Wasser” heißen müsste. Gleich zweimal musste ein Pferd aus einem Graben gehoben werden, welches auf dem Rücken gelegen habe und sich nicht aus eigener Kraft befreien konnte.
Die Wehrführung betonte, dass sich die Aufgabenstellungen der Feuerwehr verändern würde. Die ureigenste Aufgabe der Brandbekämpfung werde von anderen Aufgaben zurückgedrängt, sodass man sich der veränderten Situation anpassen müsse. Die Ausbildung muss auf die verschiedenen Lebensbereiche abgestimmt und zur Bewältigung von unterschiedlichsten Notlagen verfeinert werden. Als Beispiel nannte Maik Lüdtke die Einsätze bei Suizidversuchen, wobei es nicht nur beim Aufbrechen von Wohnungstüren bliebe.
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oben: Wehrführer Maik Lüdtke
unten: Stellvertreter Andreas Pohlmann
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Eindrucksvoll untermauerte der Schriftführer Christian Mandel das jüngste Einsatzgeschehen bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 77.
“Normalerweise heißt es, dass die Planzeit zur Rettung von verletzten Personen 20 Minuten betragen soll, um die golde Stunde für die optimal ärztliche Versorgungsmaßnahmen einzuhalten”, sagte der Feuerwehrmann, der selbst ausgebildeter Rettungsassistent ist. Doch diesmal habe es das dreifache an Zeit gedauert, bis die lebensgefährlich verletzte Person ins Krankenhaus transportiert werden konnte. Während dieser rund 75 Minuten seien die eingesetzten Kameraden auch damit beschäftigt gewesen, die Verletzte in der Notsituation zu betreuen.
Da er mit am Einsatzort und unmittelbar an den Rettungsmaßnahmen beteiligt worden sei, habe er Tage nach dem Unfall die Verletzte im Krankenhaus aufgesucht, um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen. Dort sei sie zwischenzeitlich über den Berg und bedankte sich für die Hilfsmaßnahmen der Feuerwehr.
Dieser Dank wurde unabhängig von der Genesenden auch von der betroffenen Familie übermittelt, die die sensible Vorgehensweise und die aufmunternde Betreuung durch die eingesetzten Kameraden lobten.
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Christian Mandel kümmerte sich um das eingeklemmte Unfallopfer
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“Das Stoppelfest wurde letztes Jahr ersatzlos gestrichen”, teilte Maik Lüdtke mit und meinte, dass eine damit verbundene Nachwuchswerbung anders gestaltet werden könne. Wir werden neue Konzepte vorlegen und ließ vom eingesetzten Arbeitsteam bekanntgeben, dass im Juni ein Sommerfest geplant ist.
Für den 23. Juni hätte man vom Pharmazeuten ‘Pohl Boskamp’ die Kartoffelhalle zur Verfügung, in der eine vielseitige Band für die Kameraden sowie für die Bürgerinnen und Bürger aufspielen wird. Die sechs Musiker hätten ein Repertoire, das vom Rock bis zum feinen Galaauftritt reiche.
“Zehn Euro wird die Eintrittskarte kosten”, verriet Andreas Pohlmann und meinte, dass man in wenigen Wochen mit einer Werbekampagne starten wolle, um Interessierte zum Mitmachen zu gewinnen.
Von der neuen Ausrichtung der Ortswehr war Bürgermeister Bernhard Diedrichsen angetan, der sich für die zurückliegende Aufgabenbewältigung bedankte und sich freute, dass alle Kameraden unbeschadet aus den Einsätzen nach Hause zurückkehren konnten.
Hinsichtlich des geplanten Neubau eines Feuerwehrgerätehaus merkte der Bürgermeister an, dass die Vertragsverhandlungen noch nicht abgeschlossen werden konnten. Zwar sei man sich über die Vertragsgestaltung in groben Zügen einig, jedoch fehle noch die Genehmigung des Gemeindehaushaltes.
Noch müssen die Investitionsmaßnahmen von der Gemeindevertretung beschlossen werden und er hoffe, dass man entsprechende Gelder für die Zukunft bereitstelle. Denn das neue Gebäude soll nicht nur für die nächsten zehn oder zwanzig Jahre der Feuerwehr dienen, sondern länger. Deshalb muss man für die fernere Zukunft planen.
Für die kommenden Gesamtplanungen werde eine Arbeitsgruppe mit Gemeindevertretern gebildet, der auch die Spitze der Wehrführung angehören wird. Damit sei im Vorfeld die Transparenz bei zukünftigen Umsetzungsmaßnahmen gegeben.
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Bürgermeister Bernhard Diedrichsen möchte einen Neubau für die entferntere Zukunft
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Von den Ehrungen wird gesondert berichtet.
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