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KD vom 2. Juli 2009 Kartoffelbande: Wahnsinnsertrag durch Schnellwuchs Kommt neue Sorte “Lola” auf den Markt ?
Genau vor zehn Wochen pflanzte ein Team der Kartoffelbande von der Grundschule Hohenlockstedt eine Sorte, die vollkommen unbekannt ist. Die rötliche Außenhaut der Pflanzkartoffel verriet nicht, dass es sich um eine besondere Art handeln könnte. Jetzt nach genau 70 Tagen beweist dieser Erdapfel, dass er im Wachstum unschlagbar ist. Dies mussten alle konkurrierenden Teams erfahren, die im Frühjahr andere Sorten ins Erdreich steckten. Eine jetzige Probe im Knollenbereich zum Ende des Schuljahres sollte zeigen, ob die gepflanzten Mutterknollen gute Erträge bringen.
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Verschiedene Kartoffelsorten wurden im April von den Teams gepflanzt
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Während die eifrigen Teams Ende April nicht abwarten konnten und sofort zu den im Aussehen ihnen bekannte Knollen griffen, ließen sich Marieke und Bente von ihrer Klassenlehrerin beraten. Zum Schluss blieb diesem Team nichts anderes übrig, die Pflanzsorte zu nehmen, die übrig geblieben war. Ihre Pflanzkartoffeln leuchteten rot und sahen unnatürlich aus.
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Bente (links) und Marieke ließen sich beim Anpflanzen ihre Aufgaben erklären
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Jetzt nach genau 10 Wochen waren die Schüler am Kartoffelacker, um zu sehen, wie welche Kartoffelsorte wächst. Nach den einzelnen Prüfungen an den hoch wuchernden Kraut sollte eine Knollenprobe vorgenommen werden. Obwohl das Wachstum der verschiedenen Pflanzen im vollem Gange ist, sollte herausgefunden werden, welche Kartoffelsorte am ertragreichsten sein wird.
Mit Hacken bewaffnet eilten die einzelnen Teams aufs Feld zu ihren Anbaureihen. Sie suchten die stärkste Pflanze, die den vermeintlich besten Ertrag verraten würde.
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Luka (links) und Finn suchten die beste Pflanze
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Stolz zogen Luka und Finn zur Werke und präsentierten ihren Knollenertrag. Ihre jungen Erdäpfel waren zwar zahlreich, aber noch klein: “Sie wachsen in den nächsten Wochen noch”, so ihre Feststellung.
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Finn und Luka (rechts) mit ihrer Ernte
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Auch andere Teams konnten nicht mit dem bisherigen Ertrag zufrieden sein. Gewissenhaft wurde an Ort und Stelle deren Ergebnisse gewogen. Zwischen 80 Gramm pro ausgegrabener Knolle bis zu 200 Gramm waren die Erträge der jungen Erdäpfel. Kartoffelexperte Gert Tiedemann von der schleswig-holsteinischen Landwirtschaftskammer überwachte peinlichst genau das Wiegen. Geschummelt werden durfte nicht.
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Gert Tiedemann wog alle Ausgrabungsergebnisse
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Doch dann mussten alle ein Jubel vernehmen, das laut über den Kartoffelacker für alle hörbar war. Die Klassenlehrerin Yvonne Zengerling war überrascht über das Ausgrabungsergebnis von Marieke und Bente. Da lagen sie nun: Große und im Vergleich zu den vielen anderen Knollen super große Erdäpfel.
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Bestes Ergebnis wird präsentiert
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Ohne etwas Besonderes zu sein, sammelten beide ihre Nachwuchsknollen ein und konnten anschließend nach dem Wiegen verkünden, dass ihre Pflanze über 500 Gramm neue Speisekartoffeln produziert hat. Ob die rötlichen Dinger schmecken werden, wollen sie zu Hause testen.
Ihr stolzes Ergebnis präsentierten sie schnell, um anschließend wieder aufs Kartoffelfeld zu eilen. Bisher hatte keiner einen Kartoffelkäfer entdecken können, den sie nun suchten.
Dabei jubelte Bente über ihren Erfolg und ließ erkennen, dass sie die nächste Kartoffelkönigin werden könnte.
Vom Gesamtergebnis waren auch die Kartoffelerzeuger um Siegfried Thurau aus Ridders begeistert. Sie hatten es mit der Anpflanzaktion ermöglicht, dass unsere Schulkinder an “die Knolle” herangeführt werden. Die hiesige Region ist eines der größten zusammenhängenden Anbaugebiete, die jedes Jahr die Qualitätskartoffeln hervor bringt.
Bürgermeister Bernhard Diedrichsen beobachtete das Geschehen mit der Kartoffelbande und ergänzte zum Wachstumserfolg der Knollen von Bente und Marieke, dass eine zukünftige Kartoffelsorte “Lola” heißen könne.
Diese Anregung nahm Gert Tiedemann von der Landwirtschaftskammer mit. Denn derzeit werden 18 neue Sorten nach fünfzehn Jahren Erprobung auf die Marktfähigkeit überprüft. Erst wenn eine Zulassung erfolgt, erhält die neue Pflanzkartoffel einen neuen Namen. Ob demnächst eine “Lola” die ehemalige “Hansa” oder heutige Frühkartoffel “Leyla” ablösen kann, hoffen auch unsere Kartoffelerzeuger, die nach wie vor Qualitätserzeugnisse anbieten und vermarkten.
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Kartoffelerzeuger Wolfgang Schierbecker (links) und Siegfried Thurau für eine neue Sorte “Lola”
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