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KD vom 9. Oktober 2013
Initiative bringt Unterschriftensammlung auf den Weg
131009 Kreishaus Neubau 523

Die Bürgerinitiative für den Erhalt des Itzehoer Stadtbildes teilt mit, dass die geplante Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren und zum Erhalt der Fassaden in der Viktoriastraße am 5. November 2013 gestartet werde. Der übersandte nachstehende Text gibt Aufschluss über den derzeitigen Sachstand aus Sicht der Initiative. [Foto von links: Vier der sechs Initiatoren des Bürgerbegehrens Margrit Schwark, Karin Dietrich-Olsen, Silke Nießing, Hans-Peter Wiencke].  

“Wie im Artikel in der Norddeutschen Rundschau vom 08.09.13 berichtet, hält der Kreistag an seinen Neubauplänen zum Kreishaus fest und hat nunmehr entschieden, nicht nur das alte Bahnhofshotel sondern auch die daneben liegende Fassade des Bollhard´schen Gebäudes in der Viktoriastraße in Itzehoe abreißen zu lassen.

Der ausgewählte prämierte Entwurf sieht zwar den Fassadenerhalt des Bollhard´schen Gebäudes vor, der Kreistag möchte diese Gestaltung jedoch abändern. Zudem greift Herr Dr. Seppmann die Initiative zum Bürgerbegehren, die sich für den Fassadenerhalt beider Fassaden einsetzt, an und fordert, die Verantwortlichen in Regress zu nehmen.

„Derartige Äußerungen von Herrn Dr. Seppmann erwecken den Anschein, als wenn ein Bürgerbegehren für ihn ein Zuviel an Demokratie sei. Die Kreisordnung des Landes gibt den Bürgern und Bürgerinnen das Recht, über Selbstverwaltungsaufgaben selbst zu entscheiden mit dem Instrument des Bürgerbegehrens und des sich anschließenden Bürgerentscheids.

Unser Bürgerbegehren ist für die Bürger und Bürgerinnen die einzige Möglichkeit, gegen den Abriss der beiden historischen Fassaden und gegen den von den Politikern beschlossenen Neubau effektiv vor zu gehen", so Frau Karin Dietrich-Olsen, Rechtsanwältin mit Kanzleisitz in der Viktoriastraße und eine der Vertretungsberechtigten des Bürgerbegehrens.

„Wir wissen, was wir tun, warum und für wen! Der Kreis hat die Pflicht, mit seiner Kreisstadt verantwortungsvoll umzugehen, stattdessen wird historisches Kulturgut zerstört und das Stadtbild nachhaltig verschandelt. Insbesondere die Kreisstadt ist vom jahrzehntelangen Abriss historischer Substanz gebeutelt. Hier wird abgerissen, zugeschüttet und geklotzt, anstatt den Kleinstadtcharme zu erhalten.

Die uns umgebenden Gemeinden (z. B. Glückstadt oder Wilster) pflegen ihr Kulturgut, denn es wird als Investition in die Zukunft begriffen – wirtschaftspolitisch, kulturhistorisch, touristisch und als nachhaltiger Wohnwert“, so Silke Nießing, Diplom-Designerin mit Geschäftssitz in der Viktoriastraße und ebenfalls Vertretungsberechtigte des Bürgerbegehrens.

Bereits im Vorfeld hatte Siegrid Kröger (Baubiologin aus Itzehoe und als Initiatorin die dritte Vertretungsberechtigte) innerhalb von 11 Stunden über 2.000 Unterschriften gegen den vom Kreis geplanten Entwurf des Neubaus zugunsten des Fassadenerhalts gesammelt.

„Die vielen in so kurzer Zeit gesammelten Unterschriften zeigen, dass wir keine emotionsgeladene Minderheit sind, die etwas „aus einer Laune heraus anzettelt“, wie manche Politiker es immer noch darstellen!

Noch nie gab es zu einem Thema so viele Diskussionen von empörten Bürgern und so viele Leserbriefe quer durch den Kreis, wie zu diesem Thema! Diese mehrheitliche Empörung greifen wir mit unserem Begehren auf, wir tun das für die Menschen, die hier leben!” so Siegrid Kröger.

Die Initiative zum Bürgerbegehren hat sich entwickelt, nachdem auch die Flut an Leserbriefen gegen den Abriss und gegen den ausgewählten Wettbewerbsentwurf den Kreistag völlig unbeeindruckt gelassen habe. Zudem verzögert der Kreis nun den Start des Bürgerbegehrens, indem er die Kostenkalkulation, die er zu dem Bürgerbegehren beitragen muss, seid über 3 Monaten nicht fertig stellt. Die Vorlage der Kalkulation ist Pflicht für das Bürgerbegehren und wurde für Ende September vom Kreis zugesagt, doch sie liegt der Initiative bis zum gestrigen Redaktionsschluss immer noch nicht vor.

„Das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein hat den Kreis Anfang August darauf hingewiesen, dass die Kostenschätzung des Kreises sich auf das Material beschränken muss, das existiert. Der Kreis hat sich über diesen Hinweis hinweggesetzt und verzögert damit den Start der Unterschriftenaktion erheblich.

Die Verzögerung ist nicht nur ärgerlich, sie bedeutet für uns, dass die engagierten Bürger und Bürgerinnen die Unterschriften gegen den Abriss in der kalten und dunklen Jahreszeit auf den Straßen und Märkten sammeln müssen und werden. Auf Grund der großen positiven Resonanz und immer neuer Unterstützung aus der Bevölkerung sind wir zuversichtlich, dass die Bürger und Bürgerinnen im Kreis auch das nicht davon abhalten wird, ihre Meinung durch zu setzen", so Frau Karin Dietrich-Olsen.

Am 5. November 2013, ab 18.30 Uhr wird die Initiative das Material für Unterschriftensammlungen im Himmel & Erde ausgeben und mit den Unterschriftensammlungen zum Bürgerbegehren zu beginnen. Dann sind alle stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger des gesamten Kreises Steinburg dazu aufgerufen, Ihre Unterschrift auf den neuen Formularen der Initiative zu leisten.

Interessierte und Unterstützer können sich per E-Mail an die Initiative wenden und sich in den Info-Mailverteiler aufnehmen lassen, der über alle Neuigkeiten zum Thema Bürgerbegehren informiert (Mail an: fassadenerhalt-iz@gmx.de). Auch Spenden auf das eigens für das Bürgerbegehren eingerichtete Konto werden gern entgegengenommen, denn die Initiative benötigt Gelder (u.a. für Flugplätter und Plakate).”


Die Ziele der Initiative zum Fassadenerhalt sind:
 

  • Stärkung des Kreises als Wirtschaftsstandort
  • Erhalten von historischem Kuturgut für die Zukunft
  • Erhalten von Wohnwert und Lebensqualität
  • Demokratische Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger


Initiatoren des Bürgerbegehrens sind: Karin Dietrich-Olsen, Siegrid Kröger und Silke Nießing (als die drei Vertretungsberechtigten), Margrit Schwark und Elke Wübbe als weitere Organisatorinnen der Initiative zum Fassadenerhalt und Hans-Peter Wiencke als unterstützenden Sachverständigen.




Die Initiative zum Fassadenerhalt ist auf Spenden angewiesen

Spendenkonto: Fassadenerhalt Bürgerbegehren

Sparkasse Westholstein  Konto: 90 188 434  BLZ 222 500 20





 

 

 

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