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KD vom 29. Juli 2008 Kleingartenkolonie im Blickpunkt der Politik
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Ernst-Voss-Kolonie am Wasserturm
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”Meine gärtnerische Lebensleistung in dieser heimischen Idylle will ich nicht aufgeben”, sind die eindeutigen Worte des 63 -jährigen Peter Engelberg und er wies darauf hin, dass er seine Parzelle in der Hohenlockstedter Ernst-Voss-Kolonie seit über 26 Jahren pflegt.
Seine Befürchtungen, dass Peter Engelberg seine eigene Scholle an seinem bisherigen Standort nicht mehr brechen darf, sind nicht aus der Luft gegriffen. Denn der alte Pachtvertrag mit der Gemeinde gibt keinen dauernden Bestandsschutz für das Kleingartengebiet am Wasserturm. Außerdem wird im Flächennutzungsplan das Areal zwischen Lerchenweg und Ridderser Weg als Baugebiet ausgewiesen.
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Peter Engelberg bei der Ernte
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“Dieses Terrain ist auch für den Wohnungsbau voll erschlossen”, teilte Bürgermeister Bernhard Diedrichsen mit und fügte hinzu, dass die Gemeinde früher einen hohen sechsstelligen Betrag für die Erschließung ausgegeben habe. “Bisher sind diese Kosten in keiner Weise anteilmäßig auf den Pachtzins angerechnet worden”, ergänzte der Bürgermeister und wies daraufhin, dass eine Anrechnung in der gesamten Höhe auch gar nicht möglich wäre. Allein die Umlegung des bisher entgehenden Zinsertrags würde den jetzigen Pachtzins verdreifachen.
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Viele unbelegte Parzellen
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“Die stattgefundene Erhöhung des Pachtzinses vor einigen Jahren war lediglich eine Anpassung an die Kleingartenpreise in anderen Städten und Gemeinden der Umgebung gewesen”, sagte der Finanzausschussvorsitzende Udo Bujack (CDU). Bis dahin hatte die Gemeinde im Rahmen ihrer freiwilligen Leistungen den Verein über das normale Maß hinaus subventioniert und die Gemeindevertretung musste im Rahmen der Haushaltskonsolidierung auch bei den Kleingärtnern die finanzielle Notbremse ziehen.
Doch noch immer kommen heutzutage die Kleingärtner in Hohenlockstedt für das gesamte Pachtgelände mit 6 Cent pro Quadratmeter gut weg. “In Kellinghusen müssen ihre Gartenfreunde 12 Cent für den Quadratmeter blechen und woanders wird auch das Doppelte kassiert”, teilte der Vereinsvorsitzende Maik Maaßen auf Nachfrage mit.
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oben: Freizeitgarten mit wenigen Obst- und Gemüsepflanzen
unten: vollkommener Kleingarten wie im Gesetzbuch
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Auf den Vereinsvorsitzenden sind die Pächter in der Ernst-Voss-Kolonie nicht gut zu sprechen. “Er entscheidet über uns Köpfe hinweg”, so die einhellige Meinung der dortigen Kleingärtner, die vor einigen Wochen ohne die Vereinsführung zu einem Krisengespräch zusammen gekommen waren. Federführend hatte sich der Gemeindevertreter Friedrich Kortüm (SPD) in diese lokale Zusammenkunft eingebracht und sich zum besonderen Interessenvertreter avanciert. Mit einem Schreiben wandte sich Friedrich Kortüm an Frau Edith Jahnke, die mit ihrem Ehegatten Erhard die ältesten Pächterin am Lerchenweg ist und innerhalb der Kolonie verschiedene Parzellen bewirtschaftet hatte.
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oben: gepflegte Wege und sauberer Heckenschnitt
unten: Vereinshaus in der Ernst-Voss-Kolonie
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“Obwohl der Pachtzins erhöht wurde und einige Parzellen leer stehen, kommen wir den allgemeinen Verpflichtungen nach”, sagte der 74-jährige Erhard Jahncke und ergänzte, dass er und seine Gartennachbarn die Kolonie am Wasserturm in Ordnung halten. Selbst leer stehende Parzellen wollen sie mit eigenem Gerät so pflegen, damit der Gesamteindruck der Anlage nicht schadet.
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Erhard Jahnke nach Parzellenwechsel in seinem sommerlichen Garten
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Nun hat Friedrich Kortüm Unterlagen zusammengestellt und sogar eine eigene rechtliche Bewertung über den Kündigungsschutz von Dauerkleingärten vorgenommen. Als Gemeindevertreter bittet er nun seinen sozialdemokratischen Parteigenossen Theodor Scheit als Vorsitzender des Personal- und Koordinierungsausschusses, diese Angelegenheit auf die Tagesordnung zu nehmen.
Dabei hat Friedrich Kortüm wohl übersehen, dass dieser Ausschuss nach der Hauptsatzung gar nicht zuständig ist. Dies hat die Verwaltung erkannt und Udo Bujack als Vorsitzender des Finanzausschusses hat dieses Thema für seine Finansausschusssitzung vorgesehen. Denn alle Grundstücksangelegenheiten der Gemeinde hat sein Ausschuss vorbereitend zu beraten.
Doch noch ist Sommerpause und bis zur nächsten Sitzung werden sich die Gemüter beruhigen können. Eine erste Gesprächsrunde mit Bürgermeister Bernhard Diedrichsen und den Verantwortlichen soll bald stattfinden, damit alle Ansichten und Argumente zur weiteren Vorgehensweise auf den Tisch gelegt werden können.
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