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KD vom 17. Juli 2008
Martin Hildebrandt zum Vorsteher des Schulverbandes gewählt
Versteinerte Gesichter und Kopfschütteln zu beobachten

Martin Hildebrandt 080115-2

Martin Hildebrandt (Bild Archiv)

Der CDU-Vorsitzende Klauspeter Damerau ahnte Schlimmes, als der Älteste in der Schulverbandsversammlung nicht die Wahl des Vorstehers durchführen wollte. Denn Bürgermeister Martin Hildebrand (SPD) aus Lohbarbek teilte mit, dass er selbst für diese Position kandidieren werde. Deshalb musste der Zweitälteste ran.

Bürgermeister Ernst Sommer aus Schlotfeld übernahm die Verhandlungsleitung in der Verbandsversammlung und musste zunächst für die beantragte geheime Wahl eine Zählkommission mit Bürgermeister Bernhard Diedrichsen (CDU), Rositta Krämer (SPD) und Rainer Hennschen (IHB) wählen lassen.

Aus der Verbandsversammlung heraus wurde dann von der CDU der bisherige Verbandsvorsteher Udo Bujack (CDU) zur Wiederwahl vorgeschlagen, der in Itzehoe lange Zeit das städtische Schulamt geleitet hatte und somit die gesamte Palette des Verwaltungshandeln in- und auswendig kennt.

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Udo Bujack unterlag zur Vorsteherwahl

Als Gegenkandidat wurde von Kristin Fuchs (SPD) Bürgermeister Martin Hildebrandt (SPD) vorgeschlagen, der früher im alten Amt Hohenlockstedt den Vorsitz des Finanz- und Schulausschusses hatte.

„Ich will nur das Beste für unsere Kinder“, sagte Martin Hildebrandt, der allerdings im Frühjahr nicht für die Funktion des Vorstehers kandidiert hatte, als erstmalig mit der Ämterneuordnung die Schulverbandsversammlung zusammengetreten war. Damals wollte er sich etwas aus der politischen Verantwortung zurückziehen.

Der Leiter des Amtes Kellinghusen Eric Bornholdt überreichte den gewählten Stimmenauszählern die vorgedruckten Wahlzettel. Hier musste die Verwaltung den richtigen Riecher gehabt haben. Denn ausschließlich beide vorgeschlagenen Kandidaten waren auf den Stimmzetteln verzeichnet, so dass keine handschriftlichen Eintragungen vorgenommen werden mussten.

Nachdem einzeln die Verbandsmitglieder in der provisorischen Wahlkabine ihre Kreuze machen durften und ihre gefalteten Stimmzettel abgegeben hatten, trat die Zählkommission zusammen, die nach kurzer Zeit das Ergebnis bekannt gab. Auf Martin Hildebrandt entfielen fünf Stimmen und Udo Bujack konnte vier Stimmen auf sich vereinigen. Damit war Martin Hildebrandt zum Vorsteher des Schulverbandes gewählt worden.

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Klauspeter Damerau (CDU)

Bei den CDU- und IHB-Verbandsmitgliedern gab es lange Gesichter und eine gewisse Enttäuschung, dass nicht Udo Bujack gewählt wurde. „Hier wird unsere Sachkompetenz mit Füßen getreten“, so der CDU-Vorsitzende Klauspeter Damerau nach der Sitzung und fügte hinzu, dass sich wohl alle Gegner der Ämterfusion gegen Udo Bujack gestellt und sich verbündet hätten.

Dass eine vorherige Absprache zwischen den beiden SPD-Gemeindevertretern aus Hohenlockstedt und den Bürgermeistern der zum Amt Itzehoe Land gewechselten Gemeinden stattgefunden haben musste, untermauerte zumindest die anschließende Wahl des ersten Vertreters.

Zur offenen Wahl wurden Kristin Fuchs (SPD) und Klauspeter Damerau (CDU) vorgeschlagen. Udo Bujack stand für die Wahl des Vertreters nicht zur Verfügung.

Rainer Hennschen (IHB), Bürgermeister Bernhard Diedrichsen, Klauspeter Damerau und Udo Bujack (alle CDU) stimmten für Klauspeter Damerau, der zusammen vier Stimmen erhielt.

Kristin Fuchs, Rositta Krämer und Bürgermeister Martin Hildebrandt (alle SPD) sowie die Bürgermeister Ernst Sommer aus Schlotfeld und Udo Fölster aus Winseldorf votierten für Kristin Fuchs, so dass die SPD-Kandidatin eine Stimme mehr hatte und nunmehr als erste Vertreterin den sozialdemokratischen Verbandsvorsteher Hildebrandt vertreten wird.

Bei der Wahl des zweiten Stellvertreters wurde Ernst Sommer nominiert, der mit denselben fünf Stimmen gewählt wurde wie zuvor Kristin Fuchs. Rainer Hennschen wurde zwar als Gegenkandidat vorgeschlagen, verzichtete aber auf eine Kandidatur.

Eng wurde es bei der Wahl der Mitglieder für den Ausschuss der Jahresprüfung. Normalerweise sollten dort diejenigen Gremiumsmitglieder gewählt werden, die nichts mit dem Verwaltungshandeln des Vorstandes zu tun haben. Jedoch mauerten nun die unterlegenen Vertreter der IHB und CDU und standen zur Wahl und zur Aufnahme dieser Aufgabe nicht zur Verfügung.

Mit den vorangegangenen fünf Stimmen wurden Rositta Krämer, Udo Fölster und Ernst Sommer in den dreiköpfigen Ausschuss gewählt. Die anderen vier Hohenlockstedter enthielten sich der Abstimmung. Dabei ergab sich hier eine Besonderheit: Mit der Wahl von Ernst Sommer soll ein Prüfungsausschussmitglied sich selbst als Vertreter des Vorstehers und sein eigenes Verwaltungshandeln kontrollieren.

Die anschließende Wahl der Vertreter von den drei Ausschussmitgliedern konnte nicht durchgeführt werden, weil die IHB- und CDU-Vertreter für eine Vertreterwahl nicht zur Verfügung standen. Sowohl der Vorsteher Hildebrandt als auch seine erste Vertreterin Kristin Fuchs waren nicht wählbar, weil dann die so genannte Eigenkontrolle die Einrichtung des Prüfungsausschusses vollkommen in Frage gestellt hätte. Deshalb wurde vereinbart, dass auf der nächsten Verbandssitzung erneut ein Wahlversuch unternommen wird.

Nach den Wahlen arbeitete der neue Verbandsvorsteher die weitere Tagesordnung ab und man musste schnell feststellen, dass Martin Hildebrandt noch keine gewohnte Souveränität an den Tag legen konnte. Es waren einfach zu viele brisante Problemstellungen, die ad hoc der Vorsteher zielgerecht einordnen sollte.