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KD vom 8. Dezember 2008
Werden Windkraftanlagen in Lohbarbek Realität?

081207 Flugblatt Windenergieanlagen 001-20-70

Flugblatt wurde in Lohbarbek verteilt

“Ich habe nichts damit zu tun und ich will nichts damit zu tun haben”, sagte letzte Woche Bürgermeister Martin Hildebrandt auf der Sitzung der Lohbarbeker Gemeindevertretung in der Gaststätte “Stadt Hamburg” und wusch seine Hände in Unschuld, als während der Einwohner- fragestunde das Aufstellen von Wind- kraftanlagen thematisiert wurde.

Rund 40 Zuhörer wollten das nicht so recht glauben, weil Martin Hildebrand vor kurzer Zeit auf einer Auftaktveranstaltung gewesen war, die die Lobby der Windenergie initiiert hatte. Neben dem Bürgermeister seien lediglich Landbesitzer zur Besprechung eingeladen worden, die ausreichende Grundflächen in bestimmten Bereichen der Gemeinde Lohbarbek besitzen, auf denen Windkraftanlagen errichtet werden könnten.

Das war schnell durchgesickert und besorgte Bürger prophezeien bereits in einem Flugblatt, dass riesige Windkraftanlagen mit geplanten 160 Meter Höhe die Heimat verschandeln werden. Es ist von der Zerstörung des Dorfbildes und von einer Lärmbelästigung die Rede. Beeinträchtigung sollen Schattenschlag und Lichtbefeuerung sein. Man befürchtet eine erhebliche Minderung des Wohnwertes. “Reine Geldmacherei von Verpächtern und Investoren auf Kosten der Allgemeinheit”, wird postuliert und “diese Belastungen wollen wir nicht.“

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Bürgermeister Martin Hildebrandt
(Foto: Archiv)

Bürgermeister Martin Hildebrand war schweren Vorhaltungen ausgesetzt, konnte aber abschließend glaubhaft versichern, dass bisher bei der Gemeinde keine Anträge für die Planung oder den Bau von Windkraftanlagen gestellt worden sind. “Erst wenn Anträge vorliegen, kann sich die Gemeindevertretung damit befassen”, sagte der Bürgermeister mehrfach, weil das die besorgten Bürgerinnen und Bürger nicht im ersten Anlauf begreifen wollten.

Irrwitzig war auch die ständige Forderung eines Bürgerbegehrens, die immer wiederkehrend während der Diskussion hochkam. “Ohne konkreten Anlass ist ein Bürgerbegehren nicht möglich. Zuvor müsse eine Unterschriftensammlung zu einer bestimmten Angelegenheit erfolgen, bevor die zuständige Kommunalaufsicht die Zustimmung für ein Bürgerbegehren erteilen kann”, sagte der Protokollführer vom Amt Itzehoe Land.

Eine Umfrage im Ort lehnte der Bürgermeister ab, sagte aber zu, eine Einwohnerversammlung im Januar zu planen, auf der das Thema Windkraftanlagen behandelt werden könnte. “Ich kann auch eine Info-Veranstaltung durch die Landbesitzer und Betreiber vorschlagen”, sagte der Martin Hildebrandt, der nur von jener Seite eine Aufklärungsverpflichtung sah.